Servus liebe Leser!

Vor etwa einem Monat habe ich überlegt, was ich mit meinen ersten Hiwi-Gehältern anfange. Meine absolute musikalische Leidenschaft gehört ganz den metallischen Klänge: dazu zählen sanfte Gruppen alá Nightwish, Power-Metal-Bands alá Edguy, Metalcore-Bands alá As I Lay Dying, melodisch-harte Sounds wie Amon Amarth, aber letztendlich auch richtig extreme Bands aus dem Death-Metal-Sektor wie Dying Fetus, Vader, Cannibal Corpse oder Decapitated. Schnell war klar: Es wird höchste Zeit für eine gescheite Anlage – sowas ist ja auch eine langfristige Investition von der man was hat.
Meine Anforderungen an ein Paar Standlautsprecher waren hoch: klare Mitten und Höhen sollen sie haben; kernige, aber weiche Tiefen für den nötigen Druck – der Bass soll aber auf keinen Fall einfach nur wummern. Es sollten 3-Wege-Lautsprecher sein, die auch ordentlich Leistung haben. Nach langer Suche und vielen Vergleichen, gelesenen Forenbeiträgen und geschauten YouTube-Videos beschloss ich dann, ein paar GLE 490 Standlautsprecher aus dem hessischen Traditionshaus Canton zu probieren.
Die Frage nach dem passenden Verstärker war recht schwierig zu lösen – er braucht nicht nur genug Power um die beiden Cantons zu befeuern, sondern auch eine Vielzahl an Features. Aus diesem Grund suchte ich gezielt nach einem A/V-Receiver anstatt einem reinen Verstärker, damit ich keine Extrageräte benötige. Das sollte er können:
- Unterstützung von 5.1 Surround-Sound sowie Bild und Tonausgabe für eine eventuell zukünftige Nutzung in einem Heimkino-System
- Digitale Ton-Eingänge (HDMI, SPDIF oder Coaxial)
- iPod-Kompatibilität, USB-Anschluss
- Internetanschluss (optimalerweise WLAN) für Webradio und Streaming per DLNA
- Genug Anschlüsse für weitere Ton-Geräte (vor allem CD-Player!)
- …und natürlich gute Tonqualität und vielfältige Konfigurierbarkeit.
Nach langem Hin und Her entschied ich mich dann, es mit dem Onkyo TX-NR509 zu versuchen, da dieser momentan verhältnismäßig günstig zu erwerben war und meinem Anforderungsprofil soweit entsprach.
Nach einem Monat des Testens muss ich sagen: Ich bin fast vollends zufrieden! Die Boxen sind so angenehm, dass ich beschlossen habe keine weiteren zu testen. Davon war ich allerdings auch wenig überrascht – Canton war mir schon lange vorher ein Begriff für saubere Klangbilder ohne zu aufdringliche Bässe. Die Mitten sind warm und die Höhen wirklich beeindruckend! Das volle potential schöpfen die Boxen in meinem kleinen Zimmer leider bei weitem nicht aus (Audiophile haben sicherlich schon längst die ungünstige, wandnahe Aufstellung gesehen) – habe sie probeweise in meiner Heimat im großen Wohnzimmer mal angeschlossen und war dann absolut beeindruckt. Man denkt die Band stehe mitten im Raum. Selbst bei sehr hohen Lautstärkepegeln hört man dank Aluminium-Membranen kein Kratzen und Knarzen. 150 Watt Nennbelastbarkeit und 320 Watt Musikbelastbarkeit sorgen für ordentlich Power. Den überschwänglichen Test vom av-Magazin kann ich zu 100% bestätigen!
Der Receiver gefällt mir ebenfalls sehr gut, er ist ein richtiges Multitalent. Das verdeutlicht der Aufbau des HiFi-Systems:

Da ich meistens den PC an habe wenn ich Musik höre, bietet es sich an die Musiksteuerung dem PC zu überlassen. Dank digitaler Übertragung per optischem Signal über ein SPDIF-Toslink-Kabel werden die Tonsignale meines PC’s verlustfrei an den Receiver geleitet. Dieser wandelt sie D/A und gibt das analoge Signal per Kupferkabel an die GLE’s weiter. So ist es mir möglich, die Lautsprecher auch als “PC-Boxen” zu verwenden, sehr unterhaltend in Verbindung mit der pompösen Klangkulisse in Skyrim
MP3′s mit 320 kbit/s ermöglichen meiner Meinung nach die volle Ausschöpfung des Klangpotentials der Lautsprecher (ein paar Audiophile aus dem High-End-Sektor schwören auf das absolut verlustfreie Ton-Format FLAC – ich bin aber der festen Überzeugung, dass ein normaler Mensch im Blindtest keinen Unterschied hört…).
Den PC-Bildschirm an den Receiver anzuschließen hat folgenden Sinn: Der Onkyo kann seine Menüs übersichtlich auf einem externen Bildschirm als Screen-Overlay ausgeben. Sehr Vorteilhaft, da die Vielzahl an Menüs, Einstellungen und Funktionen auf dem kleinen Display des Receivers sehr kompliziert ist. Dennoch habe ich den PC zusätzlich nochmal per DVI direkt an den Bildschirm angeschlossen – denn der Receiver zieht im Standby zusätzlich viel Strom durch die HDMI Weiterleitung. So kann ich den Receiver vom Stromnetz nehmen und trotzdem weiterarbeiten, falls ich keinen Ton brauche.
Klasse Gadget: Von Onkyo gibt es eine iPhone- und eine Android-App zur vollständigen Kontrolle aller Funktionen des Geräts via WLAN. Sehr cool ist App-eigene Möglichkeit zum einfachen Streaming der Lieder vom Smartphone – Ein Druck auf das gewünschte Lied eröffnet den Stream. Internetradio-Stationen lassen sich bequem per Webinterface einrichten, dazu muss man lediglich die lokale IP-Adresse des Receivers im Browser aufrufen. Dann trägt man den entsprechenden Link (Shoutcast-Adressen funktionieren!) sowie eine Bezeichnung ein, fertig! Ebenfalls genial ist die automatische Tonkonfiguration mittels des mitgelieferten Mikrofons – natürlich sollte man sich die Ton-Einstellungen danach trotzdem nochmal selbst anschauen. Der Receiver bietet weiterhin eine Anbindung an Last.fm, napster, vtuner
Der Preis für die ganzen Spielzeuge war absolut angemessen und fair – die GLE’s gibt es momentan recht günstig, das die GLE-490 Auslaufmodelle sind – die kaum besseren GLE490.2 sind um längen teurer und der Unterschied ist laut Internet kaum bis gar nicht wahrnehmbar. Kosten: ursprünglich 800,00€, jetzt 249,00€ / Stück. Den Receiver habe ich mit dem WLAN-Modul(-Stick) als kostenlose Beigabe im Rahmen einer Aktion von Amazon für 320€ bekommen – da kann man nicht meckern.
Einen Kritikpunkt habe ich am Receiver: Der WLAN-Stick von Onkyo wird logischerweise per USB angestöpselt. Dadurch ist natürlich eine gleichzeitige Internet- (der Aufbau dauert lange!) und USB-Verbindung zu einem Speicher-Medium unmöglich. Also wenn möglich per Patch-Kabel mit dem Router verbinden!
Momentan liebäugele ich noch mit einem CD-Player von Onkyo, damit meine CD-Sammlung nicht komplett nutzlos wird.
FAZIT: Die Canton GLE 490′s und den Onkyo TX-NR509 kann ich jedem empfehlen, der sich für ausgezeichneten Klang und die heutige Vielfalt der Übertragunsarten begeistern kann, aber nicht bereit ist dafür mehrere Tausend hin zu blättern.
Man liest sich…